Maschood Nadirbeek ist vielen Schülern und Schülerinnen der 9. Klassen vom Sehen noch bekannt.

Der junge Mann aus Afghanistan kam 2015 als unbegleiteter Flüchtling an die Mittelschule Scheßlitz. Sehr schnell lernte er die deutsche Sprache, so dass er bereits wenige Monate später in den M-Zug wechseln konnte. „Ich hatte damals viel Glück. Ich wurde von meiner Klasse sehr schnell und gut aufgenommen.“ Maschood schaffte seinen mittleren Bildungsabschluss 2016. Heute macht der junge Mann  eine Ausbildung als Bauzeichner in Freilassing. An seinem freien Tag besucht er seine alte Schule…

Am 11. November erzählt er im Unterrichtsfach Leko (Lebenskompetenz) der 9. Jahrgangsstufe über seine Beweggründe, sein Heimatland zu verlassen. Keine leichte Entscheidung -  denn es gibt keine Garantie auf Erfolg und noch schlimmer - keinen Weg zurück. Doch seine eigene Entführung, die häufigen Bombenanschläge in seiner Stadt Baglan, die Angriffe der Taliban, die ständige Angst ließen ihm keine Wahl.

Er erzählt von seiner Flucht, von 52 Tagen durch neun Länder. Er hat viele schlimme Dinge gesehen und miterlebt. Auch Hunger, Folter und Verhaftung gehörten dazu… Ihm fehlt seine Familie sehr. Mit seinem Vater hat er seit Jahren keinen direkten Kontakt mehr.

Die Schüler der 9. Klassen hörten sehr interessiert zu. So einen Erfahrungsbericht aus erster Hand hatten sie noch nie bekommen. Einige stellten Fragen, die Maschood offen beantwortete

Ein einmaliger Einblick in eine Biografie, die so anders ist als die ihre. Und doch gibt es viele Kinder und Jugendliche, die ein ähnliches Schicksal haben.

Maschood Nadirbeek spricht frei und offen über seine Erlebnisse. Auch darüber, dass es in Deutschland lange dauerte, bis er sich sicher fühlte.  

Er ermuntert die Mädchen und Jungen zu lernen, sich Ziele zu setzen, sich zu vertrauen und durchzuhalten. „Ohne ein Ziel zu haben, schaffst du es nicht!“

Danke Maschood und komm bald wieder!

Susanne Bonora