Friedensglocke

Einhundert Prozent Gastfreundschaft und Erinnerungen, die ein Leben lang halten – so lässt sich unsere Woche vom Schüleraustausch zusammenfassen. Von Sonntag, 03.05. bis Freitag, 08.05.2026 tauchten wir ein in das italienische Lebensgefühl und stellten fest: Italien ist viel mehr als nur Eis und Sonnenschein.

Unsere Reise begann am Sonntagabend. Als wir nach der langen Zugfahrt in Rovereto ankamen, wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien empfangen. Schnell wurde klar: In Italien ist man kein Gast, man gehört sofort zur Familie. Die Eltern verwöhnten uns die ganze Woche über mit italienischen Köstlichkeiten und organisierten sogar private Ausflüge nach Verona oder in das wunderschöne Trient.

Der Montag startete produktiv. Nach einem kurzen „Crashkurs“ in Italienisch – schließlich wollten wir mehr sagen können als nur „Ciao“ – ging es ans Eingemachte: Pasta-Heimarbeit! Wir lernten, wie man echte italienische Nudeln selbst zubereitet, formt, kocht und gemeinsam verspeist. Es war delizioso! Den anschließenden Verdauungsspaziergang machten wir bei Sonnenschein zur riesigen Friedensglocke „Maria Dolens“. Seit 1965 thront sie auf dem Hügel von Miravalle über der Stadt und wurde symbolträchtig aus den eingeschmolzenen Bronze-Kanonen vieler am Ersten Weltkrieg beteiligten Nationen gegossen. Jeden Abend mahnt ihr Geläut zum Frieden und erinnert uns daran, wie wichtig die Freundschaft und der Friede zwischen den Völkern sind. Von dort oben hatten wir auch einen gigantischen Ausblick über ganz Rovereto.

Am Dienstag schnupperten wir in den italienischen Schulalltag. Dabei nahmen wir am Unterricht unserer Austauschschüler teil und bastelten im Kunstunterricht Lesezeichen. Danach besuchten wir das Schloss Rovereto. Das beeindruckende Bauwerk beherbergt das Kriegsmuseum. Bei der spannenden Führung lernten wir viel über die dunklen Kapitel des Ersten Weltkriegs in den Alpen und im Grenzgebiet, was uns alle sehr nachdenklich stimmte.

Der Mittwoch war ein absolutes Highlight: Venedig! Wir schlenderten durch die engen Gassen vorbei an der berühmten Seufzerbrücke und Rialtobrücke. Anschließend besichtigten wir die Basilica di San Marco. Die goldenen Mosaike und die prunkvolle Architektur der Kirche waren sehr beeindruckend, was uns zum Staunen brachte.

Am Donnerstag zog es uns ans Wasser. Mit dem Bus ging es nach Torbole und von dort mit der Fähre über den tiefblauen Gardasee nach Limone. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Limonaia del Castel. Diese terrassenförmigen Zitronengärten sind typisch für die Region und wir erfuhren, wie dort schon seit Jahrhunderten Zitrusfrüchte angebaut werden. Den Abend ließen wir bei einem großen gemeinsamen Pizza-Abendessen mit allen Familien ausklingen – dabei wurde viel gelacht, geredet und natürlich gegessen.

Der Freitag stand im Zeichen der Gemeinschaft. Nach einem sportlichen Volleyballturnier versammelten wir uns, um gemeinsam auf die Woche zurückzublicken. Auf die Frage nach dem bedeutendsten Moment waren wir uns einig: Es waren die kleinen Augenblicke wie das gemeinsame Pizzaessen, das Eisessen oder einfach die Zeit in den Familien.

Auch machten wir uns Gedanken darüber, was wir aus der Austauschwoche für uns mitnehmen. „Die unglaubliche Gastfreundschaft der Italiener“, sagte ein Schüler. Eine andere Schülerin ergänzte grinsend: „Und dass Nutella mindestens einen Zentimeter dick aufs Brot gehört!“ Doch die wichtigste Erkenntnis der Woche war: Je mehr Verbindungen man zu Menschen aus anderen Ländern hat, desto besser verstehen wir uns.

Zusammenfassend können wir nur sagen, dass unser Austausch einfach ein voller Erfolg war. Wir durften nicht nur in eine andere Kultur reinschnuppern, sondern haben auch neue Freunde gewonnen. Grazie mille, Italia – wir kommen sicher wieder!

Rosanna Mühlbach-Griebel